malimania

missing Oktober 30, 2008

autumn (Hamburg), originally uploaded by malidinapoli.

Den Haag, 30.10.2008, 7.45h:

Es gibt einiges, was heute gefehlt hat:

- eine Mütze auf meinem Kopf
- die Parkwächter; schon seit einigen Tagen sind sie verschwunden
- die Möwe auf der vierten Straßenlaterne an der Kreuzung; drei kommunizieren, auf den anderen drei Laternen     sitzend, krächzend miteinander
- der männliche Josephine-Baker-Verschnitt mit Bananenröckchen, der bis gestern groß im Schaufenster eines Friseurs  in der Piet-Hein-Straat prangte. Er ist durch grauenhafte lilarosa Feenpuppen ersetzt worden.
- alte Menschen auf der Straße
- das Bistro-Baguette auf der Werbefläche der Tramhaltestelle. Stattdessen kniet eine überschminkte Blondine im goldenen Kleid vor einem Mann im Maßanzug, umflattert von Geldscheinen. Ein sexistischer Kommentar zur Kreditkrise?
- Halloweendekoration bei „Balkan delicatesse“. Dafür überreichlich zu finden drei Häuser weiter bei „Kelly´s expat  shopping“
- der Schwan, der Reiher, die Enten im Teich, der immer stärker von grünen Wasserlinsen übernommen wird
- die andere Hälfte des fietsstelletje (Fahrradpärchen)
- die 48 Stunden bis zum Wochenende

Dann schließt sich das Gitter meiner Arbeit hinter mir.

 

autumn catcher Oktober 22, 2008

Gespeichert unter: Mit dem fiets zur Arbeit — malimania @ 6:30
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autumn catcher (Hamburg), originally uploaded by malidinapoli.

Den Haag, 22.10.2008, 7.50h:
Mitteldunkel und trocken ist es auf der Fahrt. Die Allee riecht nach Herbst, und die Wächter des Schlossparks lassen imposante Autos hineinfahren. An den königlichen Ställen weht warmer Pferdegeruch herüber auf die Straße. Die ersten Mützen sind auf den Köpfen der Mitradfahrer zu finden, einige so eng wie Badekappen. Der „Spécialiste du frais“ – ein Obst- und Gemüsehändler, der meine „Holländer sind frankophil – Theorie“ stützt – ist wie immer hell erleuchtet, doch seit Tagen ist kein tapferer Gemüsehändler darin zu sehen, der frühmorgens Bananen sortiert oder Broccoli stapelt. In der kleinen Seitenstraße mit dem Kopfsteinpflaster sitzen eine Katze und zwei Häuser weiter ein Mann hinter einem Fenster und starren nach draußen. An der Tramhaltestelle schminkt sich eine Blondine sehr auffällig die Lippen und hält den Spiegel dafür auf Armlänge vor sich. Eine andere Reisende spricht lachend in ihr Handy. Dann schließt sich das Gitter meiner Arbeit hinter mir.