autumnal pleasures (Hannover), originally uploaded by malidinapoli.
Den Haag, 27.10.2008, 7.45h:
Unglaublich! Es ist, als ob der Morgen sich verschluckt hätte: plötzlich wieder hell beim Rad fahren. Rosa und rauchgraue Wolken am Himmel und ein vereinzelter Sonnenstrahl blinzeln mir entgegen. Ein Hauch von Sorglosigkeit und Freiheit. Winterzeit, du machst mich glücklich! Wie schön wäre es, immer erst um diese Uhrzeit zur Arbeit fahren zu können…
Fit und wach wie der junge Frühling betrachte ich erstaunt die Dinge, die ich sonst an einem kalten, dunklen Herbstmorgen nicht sehe: Katzenkannen aufgereiht auf einer Fensterbank. Der orange VW-Käfer in der ruhigen Seitenstraße, in dem ein Gummielvis baumelt, ist gar nicht einheitlich orange, sondern in allen Tönen möglicher Zitrusfrüchte zusammengeflickt. Die neuen Riesentüren des Gebäudekomplexes, das noch Baustelle ist, sind ziemlich hässlich. Eine radelnde Mutter, die ihre neben ihr fahrende Tochter fest am Schlafittchen gepackt hält, lächelt offensiv.
„Vous permettez, monsieur“ (http://de.youtube.com/watch?v=O70E5PYved4), singt Adamo fröhlich in mein Ohr. Denn auch das ist anders heute: Zum ersten Mal hier in Den Haag nehme ich meine Musik mit auf den Arbeitsweg. Kurz habe ich Angst, dass ich dann weniger sehe. Aber das geschieht nur bei Liedern, bei denen ein Erinnerungsstrom über mich flutet und ich aufpassen muss, nicht lauthals mitzusingen. Und auch dann nur einen Moment lang. Ich summe. Dann schließt sich das Gitter meiner Arbeit hinter mir.




